Der Dachverband der Erneuerbaren Energien BEE (BSW-Solar im Vorstand) und der BSW-Solar bewerten die jüngste Debatte um vermeintlich steigende Strompreise durch den verstärkten Ausbau der Erneuerbaren Energien als verfehlt und interessengeleitet. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien bringe dem einzelnen Bürger wie auch der Gesellschaft insgesamt dauerhaft erhebliche finanzielle Vorteile.
Die Verbände verweisen in diesem Zusammenhang auf den Kostensenkungseffekt von EE an der Strombörse. Zudem hätten die Erneuerbaren Energien allein im Stromsektor im vergangenen Jahr 71 Mio. Tonnen CO2 und damit externe Kosten für Klima- und Umweltschäden in Höhe von rund 5 Milliarden Euro vermieden.
Immer wieder werden Horrorzahlen lanciert, um die Erneuerbaren Energien zu diskreditieren, um Einfluss auf die aktuelle EEG-Debatte zu nehmen und sicherlich auch, um von den Problemen konventioneller Energieproduktion abzulenken.
Grundlage der aktuellen Diskussion ist eine Schätzung aus dem Hause Vattenfall. Diese geht selbst von einer großen Unsicherheit bei der Vorhersage der künftigen EEG-Umlage aus. So seien neben der Einspeisung aus Erneuerbaren Energien auch die Entwicklung des Börsenpreises und des Stromverbrauchs noch nicht absehbar.
Während einige Medien das Maximalszenario aufgegriffen haben und daraus mehr als eine Verdopplung der EEG-Umlage von aktuell 2,05 Cent pro Kilowattstunde bis 2011 in ihre Berichte aufnahmen, geht Vattenfall selbst im mittleren Szenario offenbar von einem Anstieg deutlich unter einem Cent aus. Hierbei ist weiterhin ein sehr niedriger Börsenpreis angenommen. Steigt dieser wieder auf das Niveau von 2008, fällt die Umlage geringer aus. Nach Berechnungen des BSW-Solar würde die EEG-Umlage selbst bei einem PV-Zubau, der in den Jahren 2010 und 2011 jeweils etwa doppelt so groß wäre wie im Jahr 2009, um weniger als einen Cent pro Kilowattstunde ansteigen.
Die Höhe der EEG-Umlage hängt direkt von dieser Größe ab. Je niedriger der Strompreis an der Börse, desto höher die Umlage, die sich aus der Differenz der fixen Vergütung für regenerativen Strom und dem an der Börse erzielten Erlös für die produzierten Kilowattstunden berechnet. Eine höhere Umlage muss daher keinesfalls automatisch Strompreiserhöhungen nach sich ziehen, wenn auf der anderen Seite die Börsenpreise sinken. So ist die Erhöhung der EEG-Umlage im Jahr 2010 zu fast 60 Prozent auf die gesunkenen Strompreise an der Börse und die neu eingeführte Veräußerung von EEG-Vergütungen an der Strombörse zurückzuführen. Lediglich rund 40 Prozent der Erhöhung wurden durch den schnelleren Ausbau der Erneuerbaren Energien verursacht.
Viele Versorger haben ihre Preise zu Jahresbeginn erhöht und wieder mal den Erneuerbaren Energien den schwarzen Peter zugeschoben. Die um ein Cent höhere EEG-Umlage sei schuld. Dabei sind die Einkaufspreise für Strom an der Börse von 2008 auf 2009 nach BEE-Recherchen von durchschnittlich 6,6 auf 3,9 Cent pro kWh – also um 2,7 Cent – gefallen. Darauf, dass diese Vorteile an die Kunden weitergegeben werden, warten die Verbraucher seit langem vergeblich.
Nach Berechnungen des Bundesverbandes der Energieverbraucher haben Stromerzeuger und -versorger im Jahr 2009 von jedem Haushaltskunden rund 150 Euro mehr kassiert als drei Jahre zuvor für die gleiche Menge Strom. Davon seien gestiegene Beschaffungskosten sowie Steuern und Abgaben bereits abgezogen. Für diese intransparenten und nicht nachvollziehbaren Preissteigerungen haben die Verbraucher keinerlei Gegenleistung erhalten. (Quelle: BSW-Solar)